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HEVC/H.265 (Codec)

HEVC ist die Abkürzung für High Efficiency Video Coding. Es handelt sich um einen Videokompressionsstandard, der entwickelt wurde, um eine höhere Effizienz bei der Videokomprimierung zu erreichen. HEVC wird auch als H.265 oder MPEG-H Teil 2 bezeichnet, da er von der ITU-T Video Coding Experts Group (VCEG) und der ISO/IEC Moving Picture Experts Group (MPEG) gemeinsam entwickelt wurde.

HEVC/H.265 wurde als Nachfolger des vorherigen Videokompressionsstandards H.264/MPEG-4 AVC entwickelt. Der Zweck von HEVC besteht darin, eine bessere Videokompressionsleistung zu bieten, um hochauflösende Videos, Ultra High Definition (UHD) und 4K-Inhalte effizient zu kodieren und zu übertragen. Durch die effizientere Komprimierungstechnologie von HEVC können hochwertige Videos mit einer geringeren Datenrate übertragen werden, was zu einer verbesserten Videoqualität und einer verringerten Bandbreitennutzung führt.

Der HEVC Videocodec ist der Hauptcodec für 4K Filme auf dem Ultra HD Blu-ray Medium. Alle in 4K verfügbaren Inhalte dieses Mediums liegen in HEVC/H.265 kodiert vor.

Was bedeutet HEVC Advance?

HEVC Advance ist kein eigener Videocodec und auch keine technische Erweiterung von HEVC beziehungsweise H.265. Stattdessen handelt es sich um einen Patentpool, der Lizenzen für zahlreiche Patente bündelt, die für die Nutzung des HEVC-Standards erforderlich sind. Das Lizenzprogramm richtet sich an Unternehmen, die Geräte, Software oder Inhalte mit HEVC-Unterstützung entwickeln, verkaufen oder vertreiben. Ziel besteht darin, den Erwerb der notwendigen Patentrechte über eine zentrale Anlaufstelle zu vereinfachen.

Die Patente im HEVC Advance Patent Pool stammen von zahlreichen Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten aus aller Welt. Dazu zählen unter anderem Dolby, Google, Huawei, LG, Microsoft, Panasonic, Philips, Samsung, Sony, Toshiba sowie Warner Bros. Entertainment. Unabhängige Patentanwälte und Ingenieure prüfen sämtliche aufgenommenen Patente darauf, ob sie tatsächlich essenziell für die Umsetzung des HEVC-Standards sind. Dadurch deckt der Patentpool mehrere tausend Standard-Essential-Patente ab. Das Logo zu HEVC Advance findet sich häufig auf Backcovern von UHD Blu-ray Titeln. Das „Eraser“-Steelbook ist ein Beispiel.

HEVC Lizenz

HEVC Advance vergibt Lizenzen für HEVC-Decoder und HEVC-Encoder in Hardware, Software und Cloud-Diensten. Zusätzlich umfasst das Programm physische Speichermedien mit HEVC-Inhalten. Dazu gehören beispielsweise Ultra HD Blu-rays, auf denen 4K-Filme im HEVC-Format gespeichert sind. Die Lizenzgebühren orientieren sich an verschiedenen Produktkategorien und fallen in der Regel einmalig beim erstmaligen Verkauf eines Geräts oder einer Software an. Mehrere Decoder oder Encoder innerhalb eines Produkts lösen dabei normalerweise keine zusätzlichen Gebühren aus.

Nicht jeder benötigt eine HEVC-Advance-Lizenz. Sie richtet sich vor allem an Hersteller und Anbieter von Geräten, Software, Cloud-Diensten oder physischen Datenträgern mit HEVC-Inhalten. Für Endverbraucher entstehen beim Kauf einer Ultra HD Blu-ray oder eines Fernsehers keine separaten Lizenzkosten. Die erforderlichen Patentgebühren fließen bereits in die Kalkulation der jeweiligen Produkte ein und liegen in der Verantwortung der Hersteller beziehungsweise Lizenznehmer.

Zu den wichtigsten Lizenzgebern im HEVC Advance Patent Pool gehören unter anderem:

  • ARRIS Enterprises
  • BlackBerry
  • Canon
  • Dolby Laboratories
  • Fraunhofer-Gesellschaft
  • Fujitsu
  • Google
  • Huawei
  • LG Electronics
  • Microsoft
  • NEC
  • Panasonic
  • Philips
  • Samsung Electronics
  • Sharp
  • Sony Group
  • Toshiba
  • V-Nova
  • Warner Bros. Entertainment
  • ZTE
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