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NEWS 19.09.2026 · 09:56 Uhr vor 2 Stunden aktualisiert

Studiocanal Classics: „Ein Mann sieht rot“ in 4K restauriert auf UHD Blu-ray

"Ein Mann sieht rot" von Studiocanal Classics

"Ein Mann sieht rot" von Studiocanal Classics

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Mit „Ein Mann sieht rot“ – besser bekannt unter dem englischsprachigen Titel „Death Wish“ – bietet Studiocanal unter seinem neu gegründeten Label „Studiocanal Classics“ einen weiteren Filmklassiker auf Ultra HD Blu-ray an. Die „Ein Mann sieht rot“-4K-Blu-ray ist Teil eines 2-Disc-Sets, das Studiocanal über Plaion Pictures anbietet. Es handelt sich dabei um ein transparentes UHD Keep Case mit ikonischem Artwork. Der Release erfolgt am 10. Dezember 2026.

Für die deutsche 4K-Premiere greift Studiocanal auf die ungekürzte Kinofassung zurück. Neben der Ultra HD Blu-ray liegt dem Set eine herkömmliche Blu-ray Disc bei. Als Bonusmaterial nennt Studiocanal unter anderem einen Audiokommentar, ein Interview, einen Trailer, einen TV-Spot und Radio-Spots. Die deutsche und englische Sprachfassung liegen jeweils in DTS-HD Master Audio 2.0 vor.

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Inhalt von „Ein Mann sieht rot“: Der New Yorker Architekt Paul Kersey (Charles Bronson) führt mit seiner Frau Joanna (Hope Lange) ein geordnetes Leben. Dieses endet abrupt, als Joanna bei einem Überfall in der gemeinsamen Wohnung tödlich verletzt wird. Tochter Carol (Kathleen Tolan) überlebt die Tat schwer traumatisiert.

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Nach einer Geschäftsreise kehrt Kersey mit einem Revolver nach New York zurück. Als ihn auf der Straße ein Räuber bedroht, erschießt er den Angreifer. In der Folge ist Kersey nachts immer wieder in der Stadt unterwegs und tötet weitere Kriminelle, die versuchen, ihn zu überfallen.

Während der unbekannte Schütze in der Öffentlichkeit zunehmend als Rächer wahrgenommen wird, nimmt Polizeiermittler Frank Ochoa (Vincent Gardenia) die Ermittlungen auf. Ochoa kommt Kersey schließlich auf die Spur, doch die zunehmende Popularität des Vigilanten macht den Fall auch für die Behörden zu einem politischen Problem.

Brian Garfields Intention für „Death Wish“: Kritik an Selbstjustiz

Brian Garfield schrieb die Romanvorlage von 1972 ausdrücklich als Kritik an der Vigilanten-Mentalität. Sein Protagonist sollte zeigen, wie Rachegedanken und Selbstjustiz einen zunächst friedlichen Menschen immer weiter verändern. Mit der filmischen Umsetzung zeigte sich Garfield entsprechend unzufrieden, weil sie Paul Kersey aus seiner Sicht stärker zum Helden stilisierte, als es seine Geschichte beabsichtigt hatte.

Auch die Besetzung hätte ursprünglich vollkommen anders aussehen können. Sidney Lumet sollte die Regie übernehmen und Jack Lemmon Paul Kersey spielen. Lumet verließ das Projekt allerdings zugunsten von „Serpico“ mit Al Pacino. Michael Winner übernahm anschließend die Regie, während nun Charles Bronson die Hauptrolle übernahm. Mit Charles Bronson fiel die Wahl schließlich auf einen Darsteller, dessen bisherige Rollen deutlich stärker vom Action- und Kriminalfilm geprägt waren als die von Jack Lemmon.

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Zu den heute bekannten Gesichtern in einer damals noch sehr frühen Karriere zählt außerdem Jeff Goldblum. Der spätere „Jurassic Park“-Darsteller gab in „Ein Mann sieht rot“ sein Kinodebüt. Goldblum spielte einen der Angreifer, die zu Beginn des Films in die Wohnung der Familie Kersey eindringen.

35 Jahre auf dem Index – jetzt uncut auf 4K UHD

Auch in Deutschland blickt der Film auf eine bemerkenswerte Veröffentlichungsgeschichte zurück. Die ungekürzte Fassung lief zunächst regulär im Kino, bevor die damalige Bundesprüfstelle die VHS-Version 1983 wegen der Gewaltdarstellung und der Selbstjustizthematik indizierte. Nach Ablauf der ersten 25 Jahre entschied das zuständige Gremium 2008 gegen eine Listenstreichung und für eine Folgeindizierung.

Erst im Februar 2018 endete diese Geschichte nach insgesamt 35 Jahren. Nach der Listenstreichung legte Studiocanal die ungekürzte Fassung erneut der FSK vor. Diese erteilte am 27. Februar 2018 eine Freigabe ab 16 Jahren. Damit liegt auch der kommenden „Studiocanal Classics“-Edition die ungekürzte Fassung zugrunde, die am 10. Dezember 2026 erstmals in Deutschland auf Ultra HD Blu-ray erscheint. Die ungekürzte Fassung ist zudem bereits auf Blu-ray Disc erhältlich.

Letzte Aktualisierung: 19. September 2026, 09:57 Uhr

„Death Wish“ mit Bruce Willis setzt andere Schwerpunkte

Mehr als vier Jahrzehnte nach Michael Winners Film griff Eli Roth den Stoff erneut auf. Im 2018 veröffentlichten „Death Wish“ übernimmt Bruce Willis die Rolle des Paul Kersey. Das Grundmotiv bleibt gleich: Nach einem brutalen Angriff auf seine Familie greift ein zuvor gesetzestreuer Mann selbst zur Waffe. Die Neuverfilmung verlegt die Handlung allerdings von New York nach Chicago und macht aus dem Architekten Kersey einen Chirurgen.

Ein wesentlicher Unterschied liegt zudem in der Motivation der beiden Figuren. Bronsons Kersey richtet seine Gewalt zunehmend gegen beliebige Straßenkriminelle, die nichts mit dem ursprünglichen Angriff auf seine Familie zu tun haben. Dadurch rückt der Film von 1974 den eigentlichen Vigilantismus stärker in den Mittelpunkt. Die Version mit Bruce Willis folgt dagegen deutlicher einer klassischen Rachegeschichte, in der Kersey gezielt nach den Tätern sucht, die seine Familie angegriffen haben.

„Ein Mann sieht rot“ bis Uwe Bolls „Citizen Vigilante“

Das Thema Selbstjustiz sorgt auch mehr als 50 Jahre nach „Ein Mann sieht rot“ für Diskussionen. Ein aktuelles Beispiel liefert Uwe Boll mit „Citizen Vigilante“. Darin spielt Armie Hammer einen Mann, der selbst Jagd auf Kriminelle macht und seine Aktionen über soziale Medien verbreitet. Wie bei Paul Kersey stellt sich erneut die Frage, was passiert, wenn eine Einzelperson das Vertrauen in Polizei und Justiz verliert und das Recht selbst in die Hand nimmt.

Bolls Interpretation sorgte 2026 bereits vor der deutschen Heimkino-Veröffentlichung für erhebliche Kontroversen. Die FSK vergab dem Film in zwei Prüfverfahren keine Altersfreigabe, woraufhin Boll öffentlich von politischer Zensur sprach. Für den 14. Oktober 2026 sind ein 4K-Mediabook und UHD-Steelbook angekündigt. Mehr als fünf Jahrzehnte nach Michael Winners Film zeigt sich damit, dass das Motiv des Vigilanten seine gesellschaftliche Sprengkraft keineswegs verloren hat.

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