Dolby Vision 2 auf 4K Blu-ray: Bestehende Player könnten per Firmware-Update nachrücken
Dolby Vision 2 4K Blu-ray News
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Dolby Vision 2 hält für die 4K-Blu-ray eine interessante Möglichkeit parat. Während Fernseher für die neuen Funktionen passende Hardware benötigen, könnten vorhandene UHD-Blu-ray-Player grundsätzlich per Firmware-Update mit Dolby Vision 2 umgehen. Ein neuer Player wäre damit zumindest technisch nicht zwingend erforderlich.
Dolby hat inzwischen bestätigt, dass die neue HDR-Technik auch mit bestehender 4K-Blu-ray-Hardware funktionieren kann. Der Player muss die zusätzlichen Informationen aus dem Datenstrom korrekt verarbeiten und an den Fernseher weiterreichen. Die Verarbeitung von Dolby Vision 2 übernimmt anschließend das kompatible TV-Gerät.
Allerdings sieht die Sache bei Fernsehern anders aus. Hier braucht es entsprechende Rechenleistung und damit neue Hardware. Die ersten Dolby-Vision-2-Modelle kommen von Hisense. TCL und Philips haben ebenfalls kompatible Geräte angekündigt. Ein älterer Fernseher mit bisherigem Dolby-Vision-Chip kann Dolby-Vision-2-Inhalte zwar weiterhin wiedergeben, verarbeitet die zusätzlichen Informationen aber nicht.
Für Besitzer einer guten UHD-Blu-ray-Anlage ist genau diese Trennung interessant. Der Fernseher muss für die vollständige Nutzung von Dolby Vision 2 aktuell genug sein, beim Player könnte dagegen ein Firmware-Update ausreichen. Ob dieses Update tatsächlich kommt, hängt allerdings allein vom jeweiligen Hersteller ab. An diesen könnte das Unterfangen scheitern.
Dolby Vision 2 braucht beim Fernseher neue Hardware
Dolby Vision 2 bringt eine neue Generation der Dolby Image Engine mit. Dazu kommen Funktionen wie Content Intelligence, eine verbesserte Anpassung des Bildes an die Eigenschaften des Fernsehers und weitere Möglichkeiten für die HDR-Darstellung. Dolby Vision 2 Max richtet sich zusätzlich an besonders leistungsfähige Fernseher und nutzt deren technischen Spielraum noch stärker aus.
Als erste wichtige Plattform dient der MediaTek Pentonic 800 mit MiraVision Pro. MediaTek führt den Chip als ersten SoC mit integrierter Dolby-Vision-2-Unterstützung. Dolby Vision 2 bleibt damit nicht einfach eine Funktion, die jeder Fernseher mit einem Software-Update nachträglich aktivieren kann. Die notwendige Bildverarbeitung muss die Hardware überhaupt erst leisten können.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ältere Dolby-Vision-Fernseher bei Dolby-Vision-2-Inhalten plötzlich ein schwarzes Bild anzeigen. Die Abwärtskompatibilität bleibt erhalten. Ein Fernseher mit einem älteren Dolby-Vision-Chip kann den Inhalt wiedergeben, nutzt dabei aber nur die Informationen, die seine vorhandene Hardware verarbeiten kann. Die zusätzlichen Dolby-Vision-2-Funktionen bleiben außen vor.
Genau deshalb erhalten nur entsprechend ausgestattete Fernseher die Möglichkeit, Dolby Vision 2 vollständig zu nutzen. Ein Firmware-Update kann fehlende Rechenleistung nicht ersetzen. Bei den UHD-Blu-ray-Playern ist die Ausgangslage dagegen eine andere, weil der Player die neue Bildverarbeitung nicht selbst übernehmen muss.
Hisense macht den Anfang
Hisense gehört zu den ersten Herstellern, die Dolby Vision 2 tatsächlich in seine Fernseher bringen. Zum Start gehören unter anderem Modelle aus den Reihen UX, UR9, UR8 und U7 dazu. Die Geräte kombinieren die neue Dolby-Technik mit aktueller Display-Hardware, bei den höher positionierten Modellen unter anderem mit Mini-LED-Technik.
Bei Hisense zeigt sich deshalb gut, warum ein neuer Chip notwendig ist. Dolby Vision 2 soll nicht einfach nur ein neues Logo für das bekannte Dolby Vision sein. Die neue Image Engine greift wesentlich stärker in die Verarbeitung des Bildes ein und soll unter anderem die Möglichkeiten moderner, besonders heller Displays besser ausschöpfen. Dafür braucht es eine entsprechende Plattform im Fernseher.
TCL und Philips stehen ebenfalls bereit. Beide Hersteller haben Dolby Vision 2 für ausgewählte Fernseher des Modelljahres 2026 angekündigt. Philips startet unter anderem mit der OLED811-Serie und plant anschließend weitere OLED-, Mini-LED- und DLED-Modelle. Auch dort bildet der MediaTek Pentonic 800 mit MiraVision Pro die Grundlage für die Integration.
Damit zeichnet sich schon jetzt ab, dass Dolby Vision 2 zunächst eine Sache neuer TV-Generationen bleibt. Wer bereits einen älteren Dolby-Vision-Fernseher besitzt, muss ihn deshalb aber nicht zwangsläufig ausmustern. Er kann entsprechende Inhalte weiterhin wiedergeben – nur eben ohne die zusätzlichen Möglichkeiten von Dolby Vision 2.
Dolby Vision beim 4K-Blu-ray-Player
Für die UHD-Blu-ray gibt es dagegen eine deutlich erfreulichere Nachricht. Dolby hat gegenüber TechRadar bestätigt, dass Dolby Vision 2 technisch auf vorhandenen 4K-Blu-ray-Playern laufen kann. Ein Firmware-Update reicht grundsätzlich aus. Der Player muss die zusätzlichen Informationen korrekt auslesen und über die HDMI-Verbindung an den Fernseher weitergeben.
Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, ist für die Besitzer hochwertiger Player aber durchaus relevant. Denn die Hardware eines guten UHD-Players muss nicht automatisch ersetzt werden, nur weil auf einer zukünftigen Disc Dolby-Vision-2-Daten liegen. Entscheidend ist vielmehr, ob der Hersteller die notwendige Software dafür bereitstellt.
Ganz trivial ist ein solches Update trotzdem nicht. Dolby verweist auf Anpassungen bei der Verarbeitung und Formatierung der Daten sowie auf die korrekte Ausgabe über HDMI. Der Hersteller muss also durchaus Entwicklungsarbeit leisten und das Zusammenspiel mit den verschiedenen Fernsehern testen. Eine neue Player-Hardware ist dafür laut Dolby aber nicht grundsätzlich erforderlich.
Damit könnte ein heutiger UHD-Blu-ray-Player noch länger interessant bleiben. Voraussetzung ist allerdings, dass sein Hersteller ihn nicht einfach liegen lässt. Und genau an diesem Punkt dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen, welche Anbieter ihre vorhandenen Geräte tatsächlich weiter pflegen.
Panasonic lässt seine Player nicht einfach liegen
Panasonic ist dabei ein besonders interessantes Beispiel. Der Hersteller gehört zu den wenigen verbliebenen Anbietern, die ihre UHD-Blu-ray-Player auch Jahre nach ihrer Veröffentlichung noch mit Firmware versorgen. So erscheinen auch noch Jahre nach der Veröffentlichung einiger Player Updates von Panasonic. Diese beheben mittlerweile aber fast nur noch Probleme bei der Wiedergabe einzelner Ultra HD Blu-rays.
Natürlich stellt sich trotzdem die Frage, was man bei einem funktionierenden Player überhaupt noch großartig verbessern soll. Die Disc läuft, das Bild kommt am Fernseher an und die etablierten HDR-Formate funktionieren. Für den Hersteller gibt es deshalb normalerweise kaum einen Grund, noch einmal Entwicklungszeit in ein altes Gerät zu stecken.
Dolby Vision 2 könnte genau dafür aber einen neuen Anlass liefern. Wenn künftig 4K-Blu-rays mit Dolby-Vision-2-Daten erscheinen und die vorhandenen Panasonic-Player technisch damit umgehen können, hätte ein Firmware-Update einen konkreten Nutzen. Für den Kunden wäre das die deutlich angenehmere Lösung als ein neuer Player.
Sony macht bei Dolby Vision 2 nicht mit
Bei Sony fällt die Antwort dagegen eindeutig aus. Das Unternehmen hat gegenüber TechRadar erklärt, dass es für seine aktuellen Blu-ray-Player kein Firmware-Update zur Unterstützung von Dolby Vision 2 plant. Damit zeigt sich gleichzeitig, wie wichtig die Entscheidung der Hersteller ist: Die technische Möglichkeit allein bedeutet noch lange keine tatsächliche Unterstützung.
Dabei ist Sony grundsätzlich kein Hersteller, der Firmware-Updates bei seinen Playern komplett ignoriert. Beim UBP-X700 wurde ein Dolby-Vision-Problem zum Beispiel erst nach einem Firmware-Update gelöst. Für Dolby Vision 2 zieht Sony nun trotzdem die Grenze. Besitzer eines aktuellen Sony-Players können deshalb nicht darauf bauen, dass ein späteres Update die neue Technik nachreicht. Bei Panasonic und Magnetar gibt es dagegen bislang keine entsprechende Absage. Eine Zusage für Dolby Vision 2 haben allerdings auch diese Hersteller noch nicht gemacht.
Neue Dolby-Vision-2-Discs sind trotzdem nötig
Ein Firmware-Update macht aus einer bestehenden 4K-Blu-ray natürlich keine Dolby-Vision-2-Disc. Die zusätzlichen Informationen müssen bereits im jeweiligen Inhalt vorhanden sein. Erst kommende Veröffentlichungen oder neue Editionen älterer Filme können Dolby Vision 2 auf der UHD-Blu-ray tatsächlich nutzen.
Das ist ein wichtiger Punkt, denn Dolby Vision 2 bringt nicht automatisch jede bereits veröffentlichte Disc auf ein neues Niveau. Die zusätzlichen Funktionen hängen davon ab, welche Daten das jeweilige Master enthält und welche Möglichkeiten beim Mastering genutzt wurden. Funktionen wie Authentic Motion benötigen beispielsweise entsprechende Informationen bereits bei der Erstellung des Contents.
Für neue 4K-Blu-rays eröffnet Dolby Vision 2 damit trotzdem zusätzliche Möglichkeiten. Die neue Image Engine soll vorhandene Dolby-Vision-Inhalte besser an unterschiedliche Displays anpassen, während Content Intelligence und weitere Funktionen eine präzisere Bilddarstellung ermöglichen. Besonders moderne, sehr helle Fernseher könnten davon profitieren.
Und genau hier kommt die Kombination aus neuem Fernseher und altem Player ins Spiel. Wer beispielsweise einen aktuellen Hisense-Fernseher mit Dolby Vision 2 besitzt, könnte eine entsprechende Disc grundsätzlich über einen vorhandenen UHD-Player abspielen – sofern dessen Hersteller das notwendige Firmware-Update liefert. Ausschließlich der Fernseher übernimmt dann die Dolby-Vision-2-Verarbeitung.
Für die 4K-Blu-ray ist das eine gute Nachricht
Für die 4K-Blu-ray selbst ist Dolby Vision 2 damit vor allem deshalb interessant, weil nicht gleich die komplette Abspielkette ausgetauscht werden muss. Beim Fernseher führt für die vollständige Nutzung der neuen Funktionen zwar kein Weg an entsprechender Hardware vorbei, beim Player könnte dagegen ein Software-Update genügen.
Das ist vor allem für Besitzer hochwertiger UHD-Player erfreulich. Ein Panasonic DP-UB9004 oder DP-UB824 gehören trotz des Alters noch immer zu den Geräten, die wir zu den relevantesten UHD-Playern zählen. Einen neuen Player zu kaufen, nur weil ein neues HDR-Format erscheint, wäre bei einer solchen Ausgangslage technisch zumindest nicht zwingend.
Dolby Vision 2 könnte der 4K-Blu-ray deshalb einen neuen technischen Impuls geben. Das Medium selbst braucht dafür keine neue Daseinsberechtigung – die UHD-Blu-ray ist für Heimkino-Fans längst ein wichtiger Bestandteil der Filmsammlung. Spannend ist vielmehr, dass kommende Dolby-Vision-2-Discs möglicherweise auch mit Playern funktionieren, die heute schon im Wohnzimmer stehen. Und für Hersteller wie Panasonic gibt es damit zumindest einen guten Grund, ihre vorhandene Hardware noch ein Stück länger zu pflegen. (fp)