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NEWS 13.09.2026 · 09:46 Uhr vor 2 Stunden aktualisiert

Capelight: „Coyote Vs ACME“ im Steelbook und Mediabook – das Projekt, das fast scheiterte

"Coyote vs ACME": Capelight Pictures bringt Mediabook und Steelbook nach dem beinahe Aus auf den Markt

"Coyote vs ACME": Capelight Pictures bringt Mediabook und Steelbook nach dem beinahe Aus auf den Markt

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Capelight Pictures hat gleich zwei Sondereditionen zu „Coyote vs. ACME“ vorgestellt. Neben einem limitierten 4K UHD Mediabook plant der deutsche Vertrieb zusätzlich ein limitiertes 4K-Steelbook. Eine Blu-ray im Keep Case und eine DVD ergänzen das Heimkino-Programm. Hinter der Veröffentlichung steckt allerdings eine Geschichte, die weit über ein gewöhnliches Disc-Release hinausgeht: Vor wenigen Jahren sah es noch danach aus, als bekäme niemand den bereits fertiggestellten Film jemals offiziell zu Gesicht.

Ab dem 17. September 2026 läuft „Coyote vs. ACME“ zunächst in den deutschen Kinos. Capelight Pictures übernimmt hierzulande den Kino- und anschließend auch den Heimkinovertrieb. Für einen Warner-Titel stellt diese Konstellation in Deutschland inzwischen keine Ausnahme mehr dar, da Warner bei seinen Titeln mit Lizenz- und Vertriebspartnern zusammenarbeitet. Auffälliger erscheint vielmehr der Zeitpunkt der Heimkino-Ankündigung: Schon wenige Tage vor dem deutschen Kinostart lassen sich mehrere Disc-Editionen für Januar 2027 vorbestellen.

Warner Bros.: Das Dilemma mit der Veröffentlichung von „Coyote vs. ACME“

Dass „Coyote vs. ACME“ überhaupt im Kino und später auf Disc erscheint, galt lange Zeit keineswegs als selbstverständlich. Warner Bros. Discovery legte den bereits fertiggestellten Film 2023 auf Eis und plante, das Projekt im Rahmen einer steuerlichen Abschreibung nicht mehr regulär auszuwerten. Die Entscheidung sorgte innerhalb der Filmbranche für Kritik. Berichte über positive Testvorführungen verstärkten die Diskussion zusätzlich, da offenbar nicht die Qualität des Films hinter der Entscheidung stand.

Nach den Protesten öffnete Warner schließlich die Tür für einen Verkauf. 2025 sicherte sich der unabhängige US-Vertrieb Ketchup Entertainment die Vertriebsrechte und gab „Coyote vs. ACME“ damit eine zweite Chance. Das Unternehmen hatte zuvor bereits mit „The Day the Earth Blew Up: A Looney Tunes Movie“ einen weiteren Looney-Tunes-Film übernommen, den Warner nicht selbst regulär in die Kinos gebracht hatte.

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Die Geschichte bekommt dadurch eine gewisse Ironie. Im Film zieht Willi Kojote selbst gegen einen mächtigen Konzern vor Gericht, nachdem die Produkte der ACME Corporation seine Jagd auf den Road Runner immer wieder sabotiert haben. Gleichzeitig kämpfte die Produktion hinter den Kulissen gewissermaßen gegen eine Unternehmensentscheidung an, die den fertigen Film beinahe dauerhaft in den Archiven verschwinden ließ.

Crowdinvesting hilft bei der Kinoauswertung

Auch bei der anschließenden US-Kinoauswertung schlugen Ketchup Entertainment und das Entertainment-Unternehmen Legion M einen ungewöhnlichen Weg ein. Über den „Legion M Film Fund“ konnten private Anleger direkt Geld in die Distribution von „Coyote vs. ACME“ investieren. Die für den Film vorgesehene Beteiligung des Fonds fand innerhalb von weniger als 72 Stunden genügend Investoren und war damit vollständig vergeben.

Bei diesem Modell handelt es sich um Crowdinvesting. Die Beteiligten unterstützen nicht einfach ein Projekt, sondern investieren Kapital mit Aussicht auf eine finanzielle Rendite. Bei „Coyote vs. ACME“ floss dieses Geld zudem nicht in die Filmproduktion. Der Film war längst fertig. Der Fonds beteiligte sich vielmehr an der Kinoauswertung beziehungsweise den damit verbundenen Vertriebs- und Marketingkosten.

Ein ähnliches Prinzip gab es in Deutschland bereits bei „Stromberg – Der Film“. Mehr als 3.000 Personen beteiligten sich damals innerhalb weniger Tage an der Finanzierung des ersten Kinofilms und erhielten im Gegenzug eine Beteiligung an den Erlösen. Der entscheidende Unterschied liegt im Zeitpunkt: Bei „Stromberg – Der Film“ bildete das eingesammelte Kapital einen Teil der Produktionsfinanzierung, während „Coyote vs. ACME“ zu diesem Zeitpunkt längst produziert und von Ketchup Entertainment gerettet war. Beide Modelle beziehen das Publikum damit nicht nur als Kinobesucher, sondern auch als finanziellen Partner ein.

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Ein Kinobesuch setzt bei diesem Film ein deutliches Zeichen

Die außergewöhnliche Entstehungsgeschichte macht den deutschen Kinostart am 17. September zusätzlich interessant. Wer verhindern möchte, dass fertiggestellte Produktionen allein aufgrund wirtschaftlicher Entscheidungen dauerhaft in Archiven verschwinden, kann mit einem Kinobesuch ein eindeutiges Signal setzen. Schließlich liefern Ticketverkäufe den Vertrieben einen unmittelbar messbaren Wert dafür, ob für einen zuvor aufgegebenen Film tatsächlich ein Publikum existiert.

Ein späterer Kauf auf 4K UHD oder Blu-ray unterstützt die Heimkinoauswertung ebenfalls, ersetzt diesen Effekt an der Kinokasse jedoch nicht. Im Fall von „Coyote vs. ACME“ spielte das Publikum bereits während der Rettung des Films eine ungewöhnlich große Rolle. Nach den Protesten gegen die ursprüngliche Entscheidung von Warner und dem Crowdinvesting für den US-Vertrieb liegt der nächste Schritt deshalb fast schon auf der Hand: Wer den Film sehen möchte, sollte ihm ab dem 17. September auch im Kino eine Chance geben.

4K-Mediabook mit Booklet und Steelbook mit Prägung

Für das Heimkino plant Capelight Pictures den nächsten Schritt am 7. Januar 2027. Das limitierte 2-Disc-Mediabook enthält „Coyote vs. ACME“ auf einer 4K UHD Blu-ray sowie zusätzlich auf einer regulären Blu-ray. Ein 24-seitiges Booklet gehört ebenfalls zur Edition. Für das 4K-Bild nennt Capelight sowohl HDR10 als auch Dolby Vision bei einem Seitenverhältnis von 2.39:1. Sowohl die deutsche als auch die englische Sprachfassung erhalten allerdings eine Dolby-Atmos-Tonspur.

Parallel dazu erscheint ein limitiertes 2-Disc-Steelbook mit UHD Blu-ray und Blu-ray Disc. Capelight versieht die Metallverpackung mit einer Prägung und Spotlack und hebt sie damit von einem einfachen Steelbook ohne zusätzliche Veredelung ab. Auch hier liegen Deutsch und Englisch in Dolby Atmos vor. Als Bonusmaterial nennt Capelight für beide Editionen lediglich den Kinotrailer.

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Coyote vs Acme USA 4K Steelbook Ultra HD Blu-ray Disc
US-Version vom „Coyote Vs. ACME“-Steelbook

Bei den HDR-Angaben besteht momentan allerdings noch eine Unstimmigkeit. Der Beschreibungstext des Steelbooks nennt neben HDR10 ausdrücklich Dolby Vision, während die darunter aufgeführten technischen Spezifikationen ausschließlich HDR10 angeben. Beim Mediabook nennt Capelight ebenfalls nur HDR10. Da Capelight bei seinen Filmen häufig auf Dolby Vision setzt, gehen wir auch hier von einem 4K-HDR-Bild in Dolby Vision aus.

Neben den beiden 4K-Editionen plant Capelight außerdem eine reguläre Blu-ray im Amaray Case sowie eine reine DVD-Edition. Damit erhält ein Film, dessen komplette Veröffentlichung zeitweise vor dem Aus stand, nur wenige Jahre später eine vergleichsweise umfangreiche physische Auswertung in Deutschland. Vom steuerlich abgeschriebenen Warner-Projekt über einen unabhängigen US-Vertrieb bis hin zum Kino und mehreren Disc-Varianten hat „Coyote vs. ACME“ damit einen der ungewöhnlicheren Wege ins Heimkino genommen. (fp)

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