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Regionalcode

Die geografische Beschränkung physischer und digitaler Medien prägt seit Jahrzehnten den internationalen Handel. Regionalcodes (auch „Region Codes“ genannt) legen fest, in welchen Ländern oder Gebieten DVDs, Blu-rays, Ultra HD Blu-rays und Software nutzbar sind. Hersteller und Distributoren setzen diese Technologie ein, um Veröffentlichungsfenster, Preisstrukturen und Lizenzvereinbarungen in verschiedenen Märkten zu kontrollieren. DVDs nutzen ein System mit sechs Weltregionen, während Blu-rays diese Einteilung auf drei Zonen reduzieren. Die Codes beeinflussen den Medienkonsum erheblich und schaffen Barrieren für den internationalen Austausch. Sammler und Importfans müssen die regionalen Beschränkungen bei jedem Kauf berücksichtigen oder auf RCF-Technologie zurückgreifen.

DVD-Regionalcode und seine globale Aufteilung

Der DVD-Regionalcode teilt die Welt in sechs Hauptregionen auf. Region 1 umfasst die USA und Kanada. Europa, Japan, der Nahe Osten und Südafrika bilden Region 2. Südostasien gehört zu Region 3. Australien, Neuseeland und Lateinamerika fallen unter Region 4. Osteuropa, Afrika und Asien zählen zur Region 5. China erhält als Region 6 eine eigene Kategorie.

Jede DVD trägt einen eingestanzten Code. Standard-Abspielgeräte prüfen diesen Code beim Einlegen der Disc. Stimmt die Region nicht mit der Geräteeinstellung überein, verweigert der Player die Wiedergabe. Diese Sperre erfolgt auf Hardware-Ebene. Die Hersteller implementieren die Prüfung fest in die Elektronik des Geräts.

Blu-ray/DVD Regionalcodes Weltkarte

🌍 Blu-ray/DVD Regionalcodes Weltkarte

Interaktive Weltkarte: Wählen Sie Blu-ray (A-C) oder DVD (1-6) und klicken Sie auf die Regionen in der Legende, um die entsprechenden Länder farbig hervorzuheben.

Blu-ray / UHD Regionalcodes
Region A/1 Nord-/Südamerika (ohne Grönland/frz. Überseegebiete), Japan, Korea, Taiwan, Hongkong, Südostasien, Nordkorea
Region B/2 Europa (inkl. Grönland/frz. Überseegebiete, ohne Russland), Vorderasien, Afrika, Ozeanien
Region C/3 Indien, China (ohne Hongkong), Russland, Zentral- und Südasien

Ein in Region 1 erworbener DVD-Player funktioniert nicht mit Discs aus Region 2. Diese Beschränkung führt häufig zu Verwirrung bei Verbrauchern. Manche DVD-Veröffentlichungen tragen den Code 0 oder ALL. Diese Discs funktionieren in allen Regionen ohne Einschränkung. Studios entscheiden individuell über die Codierung ihrer Veröffentlichungen.

Blu-ray-Regionalcode und technische Unterschiede

Blu-rays vereinfachen das System auf drei Regionen. Region A deckt Nord- und Südamerika sowie Südostasien ab. Europa, Afrika und der Nahe Osten bilden Region B. Asien ohne Südostasien gehört zu Region C. Diese Reduzierung sollte den internationalen Handel erleichtern.

Die technische Implementierung unterscheidet sich grundlegend von DVDs. Der Blu-ray-Regionalcode liegt nicht auf Hardware-Ebene. Die Abspielsoftware oder Firmware des Players prüft die Region, nicht aber das Laufwerk oder das Computerbetriebssystem. Bei Standalone-Playern ist die Prüfung Teil der Firmware. Diese Software-basierte Kontrolle ermöglicht flexiblere Lösungen.

Hacks existieren im Internet, mit denen sich der Regionszähler von Abspielprogrammen zurücksetzen lässt. Diese Modifikationen machen Programme multiregional nutzbar. Bei PC-Software lässt sich die Regionaleinstellung mehrfach ändern, allerdings meist nur maximal fünfmal. Manche Standalone-Blu-ray-Player unterstützen Region A und B parallel. Region C bleibt häufig ausgeschlossen, wobei die meisten Veröffentlichungen aus Region C codefrei sind.

Erweiterte Ländercodes als zusätzliche Sperre

Eine neuere Entwicklung fügt dem Regionalsystem eine weitere Kontrollschicht hinzu. Bestimmte Blu-rays prüfen zusätzlich zur Region auch den Ländercode der Abspielsoftware oder des Players. Diese Methode schränkt die Kompatibilität innerhalb derselben Region ein. Die USA und Japan liegen beide in Region A, dennoch blockieren manche US-Discs die Wiedergabe auf japanischen Playern.

Der Ländercode Japan lautet 19024 in hexadezimaler Schreibweise 4A50. Die USA verwenden 21843 oder 5553 hexadezimal. Diese zusätzliche Prüfung betrifft vor allem neue Veröffentlichungen. Studios setzen diese erweiterte Codierung gezielt ein. Lizenzvereinbarungen und lokale Vertriebsrechte motivieren die strengere Kontrolle.

Auswirkungen auf Verbraucher und Lösungsansätze

Die Regionalcode-Praxis bedeutet erhebliche Einschränkungen für Konsumenten. Medien aus dem Ausland sind oft nicht auf lokalen Geräten abspielbar. Vielreisende und Fans ausländischer Medien stehen vor praktischen Problemen. Importierte Discs bleiben ungenutzt, solange kein kompatibler Player vorhanden ist.

Geräte, die als „Code-Free“ oder „Region-Free“ markiert sind, bieten eine Lösung. Diese RCF-Player können Medien aller Regionalcodes wiedergeben. Die Legalität solcher Geräte variiert nach Land. Länderspezifische Gesetze und internationale Abkommen beeinflussen die rechtliche Situation. Manche Märkte erlauben den Verkauf ausdrücklich, andere schränken ihn ein.

Die Vergabe und Verwaltung von Regionalcodes erfolgen durch Hersteller und Distributoren. Diese Kodierung ist fest in das Datenmanagement der Medien integriert. Sie ermöglicht Anpassungen in rechtlichen und preislichen Rahmen. Filmstudios und Softwareentwickler passen damit Veröffentlichungen, Marketing und Preise lokal an.

Sonderregelung: Ultra HD Blu-ray und digitale Entwicklungen

Ultra HD Blu-rays übernehmen das Regionalcode-System ihrer Vorgänger. Die drei Regionen A, B und C bleiben bestehen. Technisch folgt die 4K-Variante den Blu-ray-Prinzipien. Die höhere Auflösung ändert nichts an den geografischen Beschränkungen.

Um die Verbreitung des Ultra HD Blu-ray Formats nicht einzuschränken, existiert einer Sonderregelung bezüglich des Regionalcodes.

Die Blu-ray Disc Association (BDA) weist darauf hin, dass einige Ultra HD Blu-rays mit Regionalcodes erschienen sind, die die Wiedergabe auf bestimmten Geräten verhindern. Das verstößt gegen die Spezifikation des Ultra HD Blu-ray-Formats.

Wichtigste Punkte:

  • Ultra HD Blu-rays dürfen keine Regionalcodes enthalten, die die Wiedergabe einschränken.
  • Jede lizenzierte Ultra HD Blu-ray muss auf jedem lizenzierten Ultra HD Blu-ray-Player weltweit funktionieren.
  • Einige Veröffentlichungen prüfen dennoch den im Player hinterlegten Regionalcode und blockieren die Wiedergabe. Solche Discs gelten als nicht spezifikationskonform.
  • Region Locks sorgen für Verwirrung bei Verbrauchern und können das Wachstum des Formats bremsen.

Technischer Hintergrund:

  • Ultra HD Blu-ray und die normale Blu-ray teilen viele technische Grundlagen.
  • Ultra HD Blu-ray-Player besitzen weiterhin einen gespeicherten Regionalcode (PSR20). Die Ultra HD Blu-ray-Spezifikation verbietet jedoch ausdrücklich, diesen Code zur Sperrung des Hauptfilms oder anderer Inhalte zu nutzen.

Erlaubte Nutzung:

  • Der Regionalcode darf ausgelesen werden, um bestimmte Inhalte oder Funktionen an die jeweilige Region anzupassen.
  • Die Disc muss sich dennoch unabhängig von der Region abspielen lassen.

Empfehlung der BDA:

  • Authoring-Programme sollten keine Funktion zum Setzen von Region Locks für Ultra HD Blu-rays anbieten.
  • Produzenten und Authoring-Studios sollen die Unterschiede zwischen Blu-ray und Ultra HD Blu-ray berücksichtigen und die Einhaltung der Spezifikation sicherstellen.

Kurz gesagt: Ultra HD Blu-rays sind laut offizieller Spezifikation grundsätzlich region-free. Eine UHD-Blu-ray mit einem Region Lock verstößt gegen die Vorgaben der Blu-ray Disc Association und sollte daher nicht auf den Markt kommen.

Streaming-Dienste nutzen eigene Mechanismen zur geografischen Beschränkung. Plattformen wie Netflix bieten je nach Region unterschiedliche Filme und Serien an. IP-Adressen und GPS-Daten ersetzen die Disc-basierten Codes. Diese digitale Variante der Regionalcodierung betrifft zunehmend mehr Konsumenten.

Die Codes bleiben umstritten. Viele sehen sie als unnötige Barriere für den freien Markt und privaten Konsum. Die Debatte über Abschaffung oder Beibehaltung findet sowohl unter Verbrauchern als auch auf politischer Ebene statt. Diese Diskussionen beeinflussen die kulturelle Zugänglichkeit und Vielfalt weltweit.

Mit globalen Streaming-Diensten und neuen Technologien könnte die Relevanz von Regionalcodes abnehmen. Sie bleiben jedoch ein wichtiger Bestandteil der Strategien vieler Unternehmen im internationalen Markt.

Regioncode-Angaben auf 4kfilmliste.de

Obwohl die Ultra HD Blu-ray grundsätzlich regioncodefree ist, gab es in der Vergangenheit Beschwerden über 4K Filme, die sich nicht abspielen ließen. Viele Vertriebe geben den Regionalcode („Region Code“) weiterhin an. In der Regel steht dieser direkt auf der Disc oder auf dem Backcover. Häufig zeigen Backcover nur den Regionalcode B an. Diese Information möchten wir an unsere Leser weitergeben.

Darüber hinaus beinhalten die meisten Editionen neben der 4K Blu-ray auch eine Blu-ray Disc. Diese nutzen weiterhin den Regionalcode. Daher sind viele Filme, die in Deutschland angeboten werden, nicht mit einem normalen Blu-ray Disc Player in den USA abspielbar. Das gilt auch für Importe aus den USA und anderen Regionen der Welt.

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