Youtube-Sensation „Backrooms“ als Collector’s Edition mit Double Sided O-Card
The Backrooms News
Die Horror-Sensation „Backrooms“ erscheint als Collector’s Edition auf Ultra HD Blu-ray. Die Sonderedition enthält eine Double-Sided O-Card und drei Artcards. Einen Veröffentlichungstermin nennt LEONINE noch nicht. Schon die ersten Details zeigen aber, dass sich die Edition klar an Sammler und langjährige Fans der Reihe richtet. Dabei erinnert die Collector’s Edition an Editionen anderer Filme.
Die Ankündigung bildet den nächsten Meilenstein einer Entwicklung, die vor wenigen Jahren noch völlig undenkbar erschien. Aus einem auf YouTube hochgeladenen Kurzfilm entstand innerhalb kürzester Zeit eine weltbekannte Horror-Marke. Millionen Zuschauer verfolgten die rätselhaften Videos, diskutierten Theorien und machten „Backrooms“ zu einem der größten Internetphänomene des Genres.
Ob die 4K Collector’s Edition zusätzliches Bonusmaterial enthält, bleibt vorerst offen. Bereits die exklusive Verpackung und die Artcards unterstreichen den besonderen Stellenwert der Veröffentlichung. Die Edition erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem „Backrooms“ weit mehr ist als nur ein weiterer Horrorfilm ist. Die Marke verfügt inzwischen über eine eigene Mythologie und eine außergewöhnlich engagierte Fangemeinde.
Backrooms Film
Der gleichnamige Kinofilm erzählt die Geschichte einer Therapeutin, deren Patient spurlos in einer Dimension jenseits der bekannten Realität verschwindet. Um ihn zu retten, betritt sie selbst die geheimnisvollen Backrooms. Dort stößt sie auf endlose Räume, verstörende Anomalien und eine Welt, in der vertraute Regeln ihre Gültigkeit verlieren.
Die Hauptrollen übernehmen Chiwetel Ejiofor (2012), Renate Reinsve, Mark Duplass, Finn Bennett, Lukita Maxwell und Avan Jogia. Regisseur Kane Parsons feiert mit dem Film sein Spielfilmdebüt. Das Drehbuch stammt von Roberto Patino und Will Soodik. In den Vereinigten Staaten brachte A24 den Film Ende Mai 2026 in die Kinos, in Deutschland startet er am 18. Juni 2026.
Auch die Produktion sprengte die Dimensionen der ursprünglichen Webserie. Das Team errichtete auf rund 2.800 Quadratmetern riesige Kulissen, um die endlosen Labyrinthe der Backrooms möglichst greifbar nachzubilden. Berichten zufolge verloren sogar einzelne Beteiligte zeitweise die Orientierung in den verwinkelten Sets. Die Filmmusik komponierten Edo Van Breemen und Kane Parsons gemeinsam.
Kane Parsons Backrooms
Kane Parsons zählt zu den bemerkenswertesten Nachwuchsregisseuren des modernen Horrorkinos. Der US-Amerikaner veröffentlichte die erste Episode seiner „Backrooms“-Reihe am 7. Januar 2022 auf seinem YouTube-Kanal „Kane Pixels“. Eigentlich plante er lediglich einen einzelnen Kurzfilm. Die enorme Resonanz brachte ihn jedoch dazu, die Geschichte weiterzuerzählen.
Parsons kombinierte Found-Footage-Elemente, Analog Horror und aufwendige 3D-Animationen zu einer unverwechselbaren Mischung. Seine Videos erinnern an vergessene VHS-Aufnahmen aus einer fremden Wirklichkeit. Gerade diese scheinbare Authentizität löste bei vielen Zuschauern ein Gefühl von Unbehagen aus und entwickelte eine enorme Sogwirkung.

Besonders beeindruckend fällt die Entwicklung des damals erst 16-jährigen Filmemachers aus. Ohne großes Studio und riesiges Budget erschuf er eine Welt, die Millionen Menschen in ihren Bann zog. Die Webserie umfasst mittlerweile zahlreiche Episoden und Zusatzvideos, die gemeinsam ein komplexes Universum bilden, das von Geheimnissen, rätselhaften Ereignissen und bedrohlichen Wesen umgeben ist.
Im Zentrum der Handlung steht die fiktive Async Research Facility. Die Forschungseinrichtung sucht nach einer Lösung für Wohnraum- und Lagerprobleme und experimentiert mit einem Zugang zu den Backrooms. Die Versuche geraten zunehmend außer Kontrolle und führen zu Vermisstenfällen, Zeitphänomenen und Begegnungen mit unbekannten Kreaturen. Gerade diese Mischung aus Science Fiction, Verschwörung und Horror verleiht der Reihe ihren besonderen Reiz.
Das Internetphänomen hinter Backrooms
Die Ursprünge der Backrooms reichen bis ins Jahr 2019 zurück. Auf dem Imageboard 4chan veröffentlichte ein Nutzer das Foto eines leeren, gelb beleuchteten Raumes und beschrieb eine unheimliche Zwischenwelt aus endlosen Fluren, summenden Neonröhren und feuchtem Teppichgeruch. Wer an der falschen Stelle aus der Realität „noclippt“, landet laut der Geschichte in diesem Labyrinth und findet keinen Weg zurück.
Die Idee verbreitete sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit im Internet. Nutzer erfanden weitere Ebenen, neue Wesen und immer komplexere Geschichten. Aus einem einzelnen Bild entstand innerhalb kürzester Zeit eine der erfolgreichsten modernen Creepypastas. Heute beschreiben umfangreiche Wikis mehr als tausend verschiedene Level mit eigenen Regeln und Gefahren.
Der Erfolg der Backrooms hängt eng mit dem Phänomen der sogenannten liminalen Räume zusammen. Verlassene Büroflure, leere Einkaufszentren oder menschenleere Schulgebäude wirken gleichzeitig vertraut und fremd. Dieses Gefühl aus Nostalgie, Einsamkeit und unterschwelliger Bedrohung macht den Reiz der Backrooms aus und erklärt, warum das Konzept weit über die Horror-Community hinaus Begeisterung auslöste.
Von Obsession bis Backrooms: YouTube erobert das Horrorkino
„Backrooms“ steht nicht allein. In den vergangenen Jahren entwickelte sich YouTube zu einem überraschend fruchtbaren Nährboden für neue Horror-Talente. Immer häufiger wechseln kreative Köpfe von der Videoplattform auf die große Leinwand und präsentieren dort originelle Genrebeiträge statt kurzlebiger Internet-Gags.
Zu den spannendsten Beispielen zählt auch Curry Barker. Der Filmemacher erlangte zunächst als Teil des Sketch-Duos „that’s a bad idea“ Bekanntheit und drehte später den Low-Budget-Psychothriller „Milk & Serial“. Mit „Obsession – Du sollst mich lieben“ gelang ihm schließlich der endgültige Durchbruch. Mit Produktionskosten von weniger als einer Million US-Dollar entwickelte sich der Film zu einem echten Überraschungserfolg und spielte weltweit fast 300 Millionen US-Dollar ein.
Der Film erzählt von einem jungen Mann, dessen Wunsch nach Liebe einen verstörenden Albtraum auslöst. Barker verbindet psychologischen Horror und schockierende Gewaltszenen zu einem ebenso unangenehmen wie faszinierenden Filmerlebnis. Kritiker lobten insbesondere die kompromisslose Inszenierung und die beklemmende Atmosphäre.
„Backrooms“ und „Obsession – Du sollst mich lieben“ zeigen eindrucksvoll, wie stark sich das moderne Horrorkino verändert hat. Die spannendsten Ideen entstehen längst nicht mehr ausschließlich in etablierten Studios. Junge Filmemacher nutzen die kreative Freiheit des Internets als Experimentierfeld und erschaffen daraus Werke, die ein weltweites Publikum begeistern und dem Genre frische Impulse verleihen. (fp)