Home » Ultra HD Blu-ray » News » „Hard Boiled“ & „The Killer“ Steelbooks: Schlechte Cover-Wahl?
NEWS 05.09.2026 · 22:11 Uhr vor 4 Stunden aktualisiert

„Hard Boiled“ & „The Killer“ Steelbooks: Schlechte Cover-Wahl?

John Woos "Hard Boiled" und "The Killer" erscheinen in Steelbooks und Sammlereditionen

John Woos "Hard Boiled" und "The Killer" erscheinen in Steelbooks und Sammlereditionen

4kfilmliste.de als bevorzugte Quelle nutzen

Filmliebhaber unter sich: Wenn du 4kfilmliste.de bei Google als bevorzugte Quelle festlegst, unterstützt du unser Projekt und hilfst uns dabei, 4kfilmliste weiterzuführen und mit neuen Funktionen stetig zu verbessern.

Mit der Ankündigung der Steelbooks zu „Hard Boiled“ und „The Killer“ hat sich Plaion Pictures zwei der bekanntesten Filme von Regielegende John Woo gesichert. Beide Actionklassiker erscheinen innerhalb der „Made in Hong Kong Edition“ erstmals in Deutschland auf Ultra HD Blu-ray. Schon kurz nach der Vorstellung sorgte allerdings weniger die technische Ausstattung für Gesprächsstoff als vielmehr die Gestaltung der Steelbooks.

Denn kurz nach der Ankündigung kam Kritik an den gewählten Artworks auf. Sowohl „The Killer“ als auch „Hard Boiled“ greifen auf Vintage-Motive im Comic-Stil zurück, die nicht überall gut ankommen. So finden sich zum Beispiel bei Amazon Kommentare, die die Artworks kritisieren. Doch ganz so ungewöhnlich sind die Motive gar nicht.

Kritik an den Artworks von „The Killer“ und „Hard Boiled“

Labels und Vertriebe kündigen Filme und Serien häufig an, bevor das endgültige Cover oder Artwork feststeht oder publik gemacht wird. Bei den beiden John-Woo-Klassikern zeigte Plaion Pictures die Gestaltung dagegen schon früh. Kurz darauf tauchten bei Amazon und auch auf unserer Facebook-Seite erste Kommentare auf, die mit den Motiven hart ins Gericht gingen. Über das Cover von „The Killer“ schreibt ein Rezensent etwa: „Unwürdiges Cover. Die Illustration auf der Box sieht furchtbar aus. Wie bitte soll das Choe Yun-Fat sein? Sieht eher aus wie Donnie Yen mit Kieferlähmung nach dem Zahnarztbesuch.“

Ganz aus der Luft gegriffen ist die Kritik nicht, denn Chow Yun-Fat lässt sich auf dem Motiv tatsächlich nur schwer erkennen. Allerdings orientiert sich das Steelbook an historischen Werbemotiven des Films. Bereits zum damaligen Kinostart kamen neben klassischen Fotografien auch gezeichnete Motive zum Einsatz. Eines davon bildet offensichtlich die Grundlage für das neue Artwork von „The Killer“.

Anzeige

Bei thailändischen Filmplakaten war es damals durchaus üblich, dass die Künstler den jeweiligen Film vor ihrer Arbeit gar nicht zu sehen bekamen. Stattdessen dienten Standfotos oder Plakate aus anderen Ländern als Vorlage. Dadurch fanden teilweise sogar Figuren und Elemente ihren Weg auf die Motive, die im Film überhaupt nicht auftauchten. Das thailändische Originalposter zu „The Killer“ stammt von Tongdee Panumas, der sowohl als Designer als auch als Künstler des Motivs geführt wird (via Filmonpaper). Auf das thailändische Originalmotiv des Künstlers griff Plaion für das „The Killer“-Steelbook jedenfalls nicht zurück.

Letzte Aktualisierung: 05. September 2026, 22:11 Uhr

Auch auf dem ursprünglichen Motiv fällt die Ähnlichkeit mit Chow Yun-Fat eher großzügig aus. Plaion hat sich bei der Gestaltung also nicht für eine moderne Neuinterpretation entschieden, sondern greift bewusst die damalige Vermarktung des Films auf. Ob das Ergebnis gefällt, bleibt natürlich Geschmackssache – vollkommen neu erfunden hat der Anbieter das umstrittene Motiv jedenfalls nicht. Tatsächlich hat man Liebe zum Detail bewiesen, da selbst Stilelemente wie die durch das Bild fliegenden Tauben untergebracht sind.

Made in Hong Kong Edition

Plaion Pictures veröffentlicht die beiden John-Woo-Klassiker nicht zeitgleich. „Hard Boiled“ macht den Anfang und dürfte für viele ohnehin der bekanntere der beiden Titel sein. Der Actionfilm diente später unter anderem als Grundlage für das Videospiel „John Woo presents: Stranglehold“, das mit der Unreal Engine 3 spektakuläre Schießereien und zerstörbare Umgebungen auf den Bildschirm brachte.

Eine zentrale Rolle spielte dabei die sogenannte „Tequila Time“, mit der sich das Spielgeschehen in Zeitlupe versetzen ließ. Das Prinzip erinnert an die „Bullet Time“ und passte hervorragend zu den für John Woo typischen Schießereien, Sprüngen und Stunts. Zum damaligen Release gehörte diese Inszenierung zu den auffälligsten Merkmalen von „Stranglehold“.

Anzeige

Innerhalb der „Made in Hong Kong Edition“ trägt „Hard Boiled“ die Nummer 2, während „The Killer“ als Nummer 3 erscheint. Zunächst kommt „Hard Boiled“ im Steelbook und als Collector’s Edition auf den Markt. Der Veröffentlichungstermin liegt auf dem 29. Oktober 2026. Gut drei Wochen später, am 19. November 2026, erreicht uns erst das „The Killer“-Steelbook. Auch der Spielfilm findet seinen Weg in eine limitierte Sonderedition.

Beide Titel erscheinen uncut und bieten Dolby Vision. Beim Disc-Umfang fällt „The Killer“ etwas umfangreicher aus. Neben der Ultra HD Blu-ray mit dem Film in 4K UHD enthält das Steelbook-Set drei Blu-ray Discs. Bei „Hard Boiled“ besteht das Set aus einer 4K Blu-ray und zwei Blu-ray Discs.

Zur „Made in Hong Kong Edition“ gehört außerdem „Heroic Trio“. Das Set vereint zwei Filme in einem UHD-Steelbook. Plaion bewirbt beide Titel als „4K remastered“. Im Lieferumfang befinden sich zwei Ultra HD Blu-rays und zwei Blu-ray Discs. (mw)

Anzeige