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8K ist tot: LG zieht sich zurück – Samsung steht allein da

LG hat sich kürzlich still und leise aus dem 8K-TV-Markt zurückgezogen. Damit bleibt Samsung als einziger großer Hersteller übrig, der noch 8K-Fernseher produziert. Für alle, die auf eine 8K-Zukunft im Wohnzimmer gehofft haben, sieht es düster aus – und das betrifft auch das Thema physische Medien.

Was ist passiert?

LG Display hat gegenüber FlatpanelsHD bestätigt, dass die Entwicklung von 8K-OLED-Panels auf Eis liegt. Man sei zwar bereit, die Produktion wieder aufzunehmen, „falls sich die Marktbedingungen ändern“. Doch das klingt eher nach Pflichtoptimismus als nach einem konkreten Plan. LG bot als einziger Hersteller sowohl 8K-OLED- als auch 8K-LCD-Fernseher an. Beide Produktlinien stehen jetzt vor dem Aus.

Ein Blick auf die restliche Branche macht das Bild komplett: TCL verließ den 8K-Markt bereits 2023. Sony stellte die Produktion im April 2025 ein. Hisense scheint das Format ebenfalls aufgegeben zu haben. Panasonic und Philips brachten nie ein einziges 8K-Gerät auf den Markt. Samsung hält als letztes Mitglied der 8K Association die Fahne hoch – wie lange noch, bleibt offen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Dabei scheiterte 8K nicht am Preis. Einen 65-Zoll-Samsung-8K-Fernseher bekommt ihr aktuell für rund 2.500 US-Dollar. Schon beim US-Marktstart 2018 lagen die Einstiegspreise bei etwa 3.500 Dollar – ambitioniert, aber nicht unerreichbar. Das Problem lag woanders.

Laut dem Marktforschungsunternehmen Omdia erreichten die jährlichen 8K-Verkäufe ihren Höhepunkt 2022 mit gerade einmal 386.600 Einheiten. Das entsprach etwa einem Zehntel der ursprünglichen Prognosen. Seitdem gingen die Zahlen weiter zurück. 8K-Fernseher machen heute rund 0,1 Prozent aller TV-Verkäufe aus.

Warum 8K nie eine Chance hatte

Der Mangel an nativen 8K-Inhalten spielte eine zentrale Rolle. Die Gaming-Branche winkte angesichts der nötigen Rechenleistung schnell ab. Sony bewarb die PS5 ursprünglich als 8K-fähig, strich diese Angabe aber 2024 aus dem Marketing. Doch der entscheidende Faktor liegt in der menschlichen Wahrnehmung.

Forschende der University of Cambridge und von Meta stellten fest: Wer bereits einen 4K-Fernseher mit 44 Zoll besitzt und aus 2,5 Metern Entfernung schaut, sieht bereits mehr Details, als das Auge verarbeiten kann. Ein Upgrade auf 8K bei gleicher Größe bringt keinen sichtbaren Unterschied. Ein kostenloser Online-Rechner des Teams zeigt: Die volle 8K-Auflösung eines 50-Zoll-Bildschirms erkennt ihr erst aus einem Meter Entfernung. Bei 80 oder 100 Zoll steigt dieser Wert auf zwei Meter – nicht unbedingt eine gemütliche Sitzposition.

Andere Technologien überholen 8K

Hinzu kommt, dass andere Innovationen 8K längst den Rang abgelaufen haben. Auf der CES dominieren Technologien wie Micro-RGB-Displays, ultradünne Fernseher und transparente Bildschirme. Hisense stellte dort Cyan-LEDs vor. Gleichzeitig erreicht KI-gestütztes Upscaling inzwischen ein Niveau, bei dem selbst HD-SDR-Inhalte auf einem 4K-Fernseher der Mittelklasse gut aussehen.

Der Fortschritt im TV-Bereich drehte sich ohnehin nie ausschließlich um Auflösung. Von SD zu HD, von 4:3 zu 16:9, von Mono zu Stereo, von „dummen“ Kisten zu Smart-TVs – jeder Sprung brachte spürbare Verbesserungen für den Alltag. 8K konnte dieses Versprechen nie einlösen.

Und die 8K Blu-ray?

Falls ihr euch fragt, ob es jemals eine 8K Blu-ray geben könnte: Nein. Dieses physische Format existierte nie über das Stadium einer theoretischen Überlegung hinaus. Angesichts der Tatsache, dass selbst die Ultra HD Blu-ray im Nischendasein verharrt, fehlte jede wirtschaftliche Grundlage für ein 8K-Disc-Format. Mit dem Tod des 8K-TV-Marktes erübrigt sich diese Frage nun endgültig. 4K bleibt auf absehbare Zeit die Obergrenze – sowohl bei Fernsehern als auch bei physischen Medien. (fp)



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